Grundsätzliches:
Praxisreife Implantate, die es in dieser oder modifizierter Form noch heute gibt, wurden in den 60er Jahren entwickelt. Es handelt sich hierbei um Reintitan-Vollschrauben, die Weiterentwicklungen konzentrierten sich zunächst auf die Art der Gewindegänge, Veränderungen der Schraubenform und der Durchmesser, Neuentwicklungen der Zahnersatz-Hilfsteile sowie in jüngerer Zeit der Implantatoberfläche. Über diese Implantate gibt es Nachuntersuchungen über mehrere Jahrzehnte mit anerkannt sehr hohen Einheilwahrscheinlichkeiten. Im Erfolgsfall gilt ein zahnärztliches Implantat als “lifetime”-Lösung, Misserfolge nach erfolgter Zahnersatzversorgung basieren im Wesentlichen nur noch auf Infektionen (“Periimplantitis”) und Implantatbrüchen seitens der Implantate sowie Verschleiss der dazugehörigen “Kaueinheiten”.
Zusätzlich bemüht man sich heute bei Metallimplantaten, die klassischen Einheilzeiten von mindestens drei Monaten im Unterkiefer und sechs Monaten im Oberkiefer zu reduzieren (“Zähne in einer Stunde”).
Dies wird möglich durch eine aufwendige präoperative Diagnostik zur Bestimmung der vorhandenen Knochenqualität und der idealen Implantatposition im Kieferknochen sowie neuen Schraubenoberflächen. Der Einsatz von Patientenplasma kann die Heilungsgeschwindigkeit erhöhen und so das Wohlbefinden verbessern.
Bei ungünstigen Knochendichten oder im Zusammenhang mit Knochenaufbauten kann über vorübergehende Zahnersatzversorgungen (Provisorien) auf zusätzlichen provisorischen Implantaten deren Einheilwahrscheinlichkeit erhöht werden, weil es nicht mehr zu Fehlbelastungen kommen kann. Der Patient ist dennoch nicht zahnlos.
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